So kann man den Abend der öffentlichen Präsentation des Seminarkurses zusammenfassen. In guter Tradition hatte der Förderverein des Hans-Baldung-Gymnasiums eingeladen und es kamen viele interessierte Besucher. Eine bunte Mischung von Schülern und Schülerinnen ab der Klassenstufe 10, zahlreiche Eltern und einige Kollegen sowie die Schulleitung des HBG waren zugegen. Veit Botsch, der Schulleiter, dem man deutlich anmerkte, wie stolz er auf den Seminarkurs ist, begrüßte in freundlichen Worten die Anwesenden. Kurslehrer Heinz Grupp-Miller erläuterte das Konzept des Seminarkurses und kam in seinen Ausführungen auch auf das gewählte Oberthema „Deutschland" zu sprechen. Er erwähnte dabei die dem Nationen-Gedanken eher kritische Position eines Konstatin Weckers, aber auch die „Nachtgedanken" von Heinrich Heine, die mit „Denk ich an Deutschland in der Nacht / so bin ich um den Schlaf gebracht" zu einem allseits bekannten Zitat geworden sind.
Als Ehrengast war der Heubacher Bürgermeister, Dr. Joy Alemazung, geladen. In seinem Grußwort erzählt der gebürtige Kameruner, wie er vor 30 Jahren nach Deutschland kam, überrascht an der Bushaltestelle stand und der Bus tatsächlich, wie angekündigt, um exakt 8:17 Uhr kam. Diese Anekdote veranschauliche sein damaliges Deutschlandbild sehr gut. Heute sehe er das Land von Schiller und Hegel mit allen globalen Problemen konfrontiert, gab den angehenden Abiturientinnen aber den Rat, den eigenen Charakter zu bewahren.
Anschließend stellte Lea Bundschu ihre Arbeit vor: Sie beschäftigte sich mit dem Frauenbild der jungen Bundesrepublik und der DDR. Nach dem Gespräch mit zwei Zeitzeuginnen konnte sie die Probleme der damaligen Frauengeneration in den beiden unterschiedlichen deutschen Staaten gut verstehen und sie stellte die beiden Systeme bis zur Wiedervereinigung gegenüber.
Nach einer kurzen Pause durften sich die zahlreichen Gäste mit einer aktuellen Problematik befassen: Annabelle Weber beantworte die Frage, ob eine Absenkung des Alters im Jugendstrafrecht sinnvoll sei. Gerade nach brutalen Straftaten werde das von Politik und Medien zwar immer wieder gefordert, in der Arbeit wurde aber deutlich, dass sowohl Juristen als auch Mediziner und Pädagogen davon dringend abraten.
Den Abschluss machte Nadine Widmann. Sie ging der Frage nach, ob religiöse Vielfalt in Deutschland gewinnbringend sei. Anhand zahlreicher Beispiele aus den heiligen Schriften der drei großen monotheistischen Religionen veranschaulichte sie, wie diese immer wieder von Fundamentalisten missbraucht werden, und sprach sich letztlich für ein gelingendes Miteinander aus– dies funktioniere auch schon in Schwäbisch Gmünd.
Der Förderverein bedankte sich bei allen Vortragenden und bei Joy Alemazung für den beeindruckenden Abend mit Buchgeschenken.
