Zum Schüleraustausch nach Italien – Schnee, Skulpturen und Sprachkompetenz

Eine Gruppe von Elftklässlern des Hans-Baldung-Gymnasiums verbrachte eine abwechslungsreiche Woche in der Partnerstadt Faenza mit Überraschungen, kulturellen Highlights und emotionalem Abschied.

Auf der Hinreise ging es über Nacht zunächst ruhig los, man schlief in seinem Sitz ein. Aber auf einmal änderte sich die Landschaft und das Fahrtempo: Schnee bedeckte die Straßen, und der Reisebus konnte nur im Schritttempo den Alpenabstieg hinunterfahren. Alle waren erleichtert, als der Bus am nächsten Morgen bei Sonne in die Emilia Romagna fuhr. Nach der Ankunft in Faenza stand das gegenseitige Kennenlernen im Vordergrund. Die Schülerinnen und Schüler kannten zwar bereits ihre Austauschpartner von deren Besuch in Gmünd, trafen nun aber auf ihre Gastfamilien und sammelten Eindrücke von der alltäglichen Lebenswelt ihrer Gastgeberinnen und Gastgeber. 

Der zweite Tag in Faenza bot gleich kulturelle Höhepunkte: Zuerst eine exklusive Führung durch das Keramikmuseum, wo keramische Techniken, Formenvielfalt und Geschichte anschaulich vorgestellt und moderne Keramikskulpturen betrachtet wurden. Anschließend stand das Theater Masini im Fokus: Aus den Zuschauerreihen,  von der Bühne aus und mit spektakulärer Aussicht aus dem obersten Rang, also aus allen Perspektiven, konnte man die jahrhundertelange Tradition dieser Kunstform erfahren.

Bei frühlingshaften Temperaturen unternahm die Gruppe zwei Ausflüge: Zunächst nach Bologna, dann nach Florenz. Die Fahrt durch die sanfte Hügellandschaft zur toskanischen Metropole war besonders malerisch und hinterließ bleibende Eindrücke. Florenz selbst erlebte die Gruppe als sehr überlaufen – trotz des Trubels blieb Raum für Kunstgenuss, gutes Essen und spontane Entdeckungen in den Gärten von Boboli.

Während des Italienaufenthalts schlug das Wetter erneut Kapriolen: Ein plötzlicher Wintereinbruch brachte erst Regen, dann Schnee bei Temperaturen um Null und führte dazu, dass der Plan eines weiteren Ausflugs spontan angepasst werden musste. Die Gruppe blieb in der Schule und erlebte stattdessen eine digitale Begegnung mit Rimini: Eine virtuelle Führung wurde von italienischen Schülerinnen und Schülern präsentiert, die dabei ihre Deutschkenntnisse vorführen konnten. 

Der Abschluss der Austauschwoche war kulinarisch geprägt: Ein Kochworkshop ließ die Teilnehmenden selbst Piadine zubereiten und eine süße Kuchenspezialität genießen. Das gemeinsame Teilen von Rezepten und Tipps und das gemeinsame Essen stärkte die Gemeinschaft über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg.

Der Abschied am Ende der Woche fiel emotional aus: Viele Tränen flossen, doch gab es im Moment der Trennung auch Zuversicht. Es gibt bereits Verabredungen für weitere Treffen im Sommer, was die neu entstandenen  Freundschaften zwischen den Schülerinnen und Schülern beider Partnerstädte vertiefen wird. Nicht einmal die wetterbedingten Umplanungen konnten bei diesem Austausch den Zusammenhalt in der Gruppe und die positiven persönlichen Erfahrungen mit neuen Sprachen und fremden Perspektiven beeinträchtigen.  

 

Magdalena Speckle