SchülerInnen befragen Dr. Bläse zum Thema "Schwäbisch Gmünd"

Bürgermeister Dr. Bläse besucht Seminarkurs

Montag, 8.00 Uhr. 16 Schülerinnen und Schüler des Seminarkurses am Hans-Baldung-Gymnasium sitzen bei Brezeln, Wasser und Saft und in freudiger Erwartung: Ein hoher Gast hat sich angekündigt: Dr. Joachim Bläse, erster Bürgermeister der Stadt Schwäbisch Gmünd.

Er hat ihre Einladung angenommen. Denn in diesem Seminarkurs geht es darum, dass die Schüler eine wissenschaftliche Arbeit schreiben, und zwar zu Themen, die etwas mit „Schwäbisch Gmünd“ zu tun haben. Da möchte er helfen und gern Rede und Antwort stehen.

Dann kommt er. Erzählt von sich, aus seinem Schulleben, den Erfahrungen als Schülersprecher am Parler-Gymnasium und bei der Bundeswehr. Berichtet davon, wie er Schwäbisch Gmünd in den letzten Jahrzehnten wahrgenommen hat, und ist sehr interessiert an den Themen, denen sich die Schülerinnen und Schüler im Rahmen ihrer Seminararbeiten widmen. Er fragt immer wieder direkt: „Wem kann ich etwas über Schwäbisch Gmünd erzählen? Wer braucht noch etwas für seine Arbeit?“

Ein breites Spektrum an Themen wird in 90 Minuten erörtert, ein Querschnitt durch das Gmünder Leben in Geschichte, Gegenwart und Zukunft: Das Leben der Juden in Schwäbisch Gmünd, die Situation der Heimatvertriebenen im Vergleich mit heutigen Flüchtlingen in der Stadt, Pershing II und Headquarter in Gmünd, Leben mit Behinderung in Stadt und Umland, Landesgartenschau und Stadtentwicklung und vieles mehr.

„Oh, das ist klasse! Stark!“ – Der Bürgermeister lobt, ermuntert und hilft den Schülern weiter. Er erzählt aus eigener Erfahrung, von seiner Begegnung mit jüdischen Menschen aus Schwäbisch Gmünd, mit behinderten Menschen, mit den Amerikanern, aber auch aus der Stadtpolitik, berichtet, wie die Gmünder Seele unter dem Verlust der Eigenständigkeit des Landkreises gelitten hat und wie die Landesgartenschau und die damit verbundene Umgestaltung der Stadt den Gmündern neues Selbstbewusstsein und Heimatbewusstsein gegeben haben. Jugendliche aus Durlangen, Mutlangen oder Spraitbach würden sich heute mit der Stadt, in der sie zur Schule gehen, identifizieren. Das sei noch vor einigen Jahren ganz anders gewesen.

Dr. Bläse hilft außerdem ganz konkret weiter: Er verweist auf städtische Arbeitskreise, Netzwerke, Planungspapiere, Arbeitsgemeinschaften zu den jeweiligen Arbeitsthemen der Schüler und nennt Ansprechpartner in der Verwaltung und Kommunalpolitik, vermittelt Experten und Spezialistinnen zu den jeweiligen Themen. Und ganz am Ende lässt er es sich nicht nehmen, bei den jungen Menschen Werbung in eigener Sache zu machen: „Vielleicht hat jemand von Ihnen Lust auf ein Studium in Ludwigsburg? Interesse am gehobenen oder höheren Dienst?“ Begeisterung für Lokalpolitik hat er an diesem Morgen sicherlich geweckt. Mit einem Potpourri aus Erfahrungen, Wissenswertem, charmantem Witz und Ehrlichkeit, auch was die Kehrseiten des Lebens als Lokalpolitiker angeht.

Mit Dank und Beifall wurde Dr. Bläse verabschiedet.